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LAG Mecklenburg-Vorpommern
Geschichte der LAG M-V

Seit über 50 Jahren werden im heutigen Mecklenburg-Vorpommern Kranichschutz und Kranichforschung betrieben. In den 1960er Jahren erfasste Gerhard Meyer aus Pamprin erstmals die Brutpaare und Karl-Heinz Moll aus Waren erforschte das Verhalten der Kraniche in der Müritzregion. Hellmuth Dost war einer der ersten, der die Kranichrast auf der Insel Rügen beobachtete und in den 1960er Jahren die ersten Zählungen an Schlafplätzen vornahm.

© Sidney Smith
Die LAG M-V heute

Auf ihren Erkenntnissen baut die Arbeit der Landesarbeitsgruppe M-V auf, die heute aus 80 aktiven Mitgliedern besteht. Sie beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit der Erfassung der Kranichbrutplätze und deren Schutz sowie der Überwachung der Sammel- und Rastplätze. Einige Mitarbeiter befassen sich mit wissenschaftlichen Fragen, z. B. mit der Kranichberingung. Das umfangreiche Wissen wurde 2014 in einem Sonderheft des Ornithologischen Rundbriefes M-V zusammengefasst.

Einmal im Jahr kommen die Mitglieder LAG Ende Februar im Karower Meiler (Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide) zusammen und tauschen sich über neue Erkenntnisse und Ergebnisse der Monitoringprojekte aus.

© H.-D. Graf
Brutvogelmonitoring

In M-V brüten heute die meisten Kraniche Deutschlands, etwa 45-50 % des Gesamtbestandes. Die ersten Erfassungen der Brutplätze machte Gerhard Meyer in den Jahren 1962-1967. Er verschickte Fragebögen an Ornithologen und Naturschutzbeauftragte. So ermittelte er etwa 200 Kranichpaare. Auf dieser Grundlage wurden in den 1970er Jahren in den Landkreisen weiterhin die Brutkraniche erfasst, wobei jeder Landkreis einen berufenen Beauftragten für den Kranichschutz hatte. 1992/93 wurde erstmalig die Grenze von 1.000 Paaren erreicht und heute siedeln über 4.000 Kranichpaare in M-V. Bis etwa 2005/06 gab es einen sehr starken Zuwachs im Brutbestand. Seit dem scheint sich die Bestandskurve etwas abzuflachen.

Der Bestandszuwachs war und ist mit der Verdichtung der Brutpaare, mit der Ausbreitung in die Küstenregion und mit der Eroberung des Offenlandes verbunden. Lag die Siedlungsdichte bis 1980 bei unter 2 Paaren/100 km², so stieg sie Anfang der 1990er Jahre auf 4,5 und liegt heute bei ca. 18,5 P./100 km². Die Küstenregion war anfangs nicht besiedelt, doch die Kranichpaare breiteten sich immer weiter nach Norden aus und Ende der 1990er Jahre gab es das erste BP auf der Insel Rügen. Durch das Monitoring mit vielen Helfern ist es gelungen, diesen beispiellosen Prozess fast lückenlos zu dokumentieren.

 

Mit Unterstützung der LAG M-V wurde 2011 die in den staatlichen Naturschutzbehörden eingesetzte Artendatenbank-Software MultiBaseCS weiterentwickelt. Mittlerweile sind durch die LAG M-V mehr als 10.000 Datensätze zu Kranichbrutplätzen und deren Besetzung in der Datenbank gespeichert. Aktuelle Kenntnisse zum Brutvorkommen stehen somit auch allen staatlichen Naturschutzbehörden als Entscheidungsgrundlage zur Verfügung. Die Koordinierung erfolgt durch Andreas Lehrmann.

Verteilung der Kranich-Brutpaare in M-V (Andreas Lehrmann)
Monitoring der Sammel– und Rastplätze

In M-V sind 76 regelmäßig beflogene und 53 temporäre Kranichschlafplätze bekannt, die in 16 Sammel- und Rastregionen gegliedert wurden. Die Kraniche werden an den Schlafplätzen zu festgelegten Terminen ab Anfang August (einheimische Sammler) bis zum Abzug der Kraniche (Sammler und Raster) von Mitgliedern der LAG erfasst. Die Daten erhält der Landeskoordinator Thomas Heinicke.

M-V ist im europäischen Rahmen ein wichtiger Raum für rastende Kraniche, besonders im Herbst. Die Zahlen sind in den letzten 25 Jahren deutlich gestiegen, was auch mit den guten Schlafplatzbedingungen durch Renaturierung im Zusammenhang steht. Im Maximum wird M-V von ca. 150.000 Kranichen im Herbst als Rastraum genutzt.

© Andreas Lehrmann
Leitung der LAG M-V

Alle drei Jahre wählen die Mitglieder der LAG M-V einen neuen Vorstand. 2016 waren das Dr. Wolfgang Mewes (Sprecher der LAG), Andreas Lehrmann (Landeskoordinator Brut), Thomas Heinicke (Landeskoordinator Sammeln und Rast) und Guntram Trost (Koordinator Probeflächenkartierung). Insgesamt hat der LAG noch zu wenig Mitarbeiter, um alle gewünschten Aufgaben erfüllen zu können. Deshalb ergeht hier der Aufruf an alle, die Interesse an unserer Arbeit haben, sich bei einer Kontaktperson zu melden.

Sammel- und Rastregionen des Kranichs in M-V (Norman Donner)
Kontakt

Wolfgang Mewes: mewes-karow[ät]t-online.de

Andreas Lehrmann: kranichschutz[ät]icloud.com

Thomas Heinicke: thomas.heinicke[ät]kraniche.de

Guntram Trost: guntram.trost[ät]web.de

© Kranichschutz Deutschland 2016

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