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Allgemein
Der Kranich - kurz vorgestellt

Abgesehen vom äußersten Südosten kommt in Europa nur eine Kranichart vor, die vereinfacht als Kranich bezeichnet wird. Wissenschaftlich wird die Art in Anlehnung an die graue Körperfärbung auch als Graukranich bzw. Grauer oder Eurasischer Kranich (Grus grus) bezeichnet. Der Graukranich erreicht aufrechtstehend eine Größe von 120 bis zu 130 cm. Damit ist er deutlich größer als Graureiher und Weißstorch, mit denen er verwechselt werden könnte. Mit einer Flügelspanne über 200 cm kann er sich darin mit großen Adlern wie zum Beispiel dem Seeadler messen. Im Flug ist der Kranich an seinem langen, gerade vorgestreckten Hals zu erkennen. Die Beine sind so lang, dass sie den Schwanz beim Fliegen deutlich überragen.

© Dr. Günter Nowald

Bei Altvögeln heben sich die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die rote federlose Kopfplatte deutlich vom grauen Gefieder ab. Die Kopfplatte schwillt bei Erregung leuchtend rot an. Der schönste Schmuck des Kranichs ist seine „Schleppe“. Diese über den kurzen Schwanz herabhängenden Federn sind die verlängerten inneren Armschwingen sowie Schulterfedern der Flügel, die im Erregungszustand und während der Balz buschig aufgestellt werden. Der Vogel erscheint dann noch größer und majestätischer.

© Dr. Günter Nowald

Die Geschlechter sind äußerlich kaum zu unterscheiden. Das Männchen (Hahn) wird jedoch im Mittel etwas größer und kräftiger als das Weibchen (Henne) und erreicht ein Gewicht von 5 bis 7 kg, während Weibchen knapp 5 bis 6 kg wiegen. Der über 10 cm lange gelblich gefärbte Schnabel ist keilförmig und schlank.

Jungvögel tragen anfangs ein zimtbraunes Dunengefieder. Ihr fertiges Jugendkleid ist dann bis auf den sandfarbenen Kopf braun gefärbt. Erst im Laufe des ersten Winter bildet sich die schwarz-weiße Kopfzeichnung schrittweise aus. Dennoch brauchen die Jungen insgesamt 3 bis 4 Jahre, um vollständig die Färbung der Altvögel mit roter Kopfkappe und dem schicken Federschmuck zu entwickeln.

Insbesondere das Rückengefieder der Altvögel kann in der Färbung stark von grau über graubraun bis rotbraun variieren. Diese Braunfärbung ist individuell verschieden und wird von den Kranichen aktiv durch Auftragen eisenhaltigen Schlamms auf die sonst grauen Rückenfedern hergestellt.

In Gefangenschaft erreichen Graukraniche ein Alter von bis zu 40 Jahren. In freier Wildbahn ist die Lebenserwartung weit geringer, wenngleich einzelne beringte Vögel ein Alter von über 25 Jahren erreichen.

© Dr. Günter Nowald
Kraniche leben in „Dauerehe“

Kraniche werden frühestens im dritten Lebensjahr geschlechtsreif, brüten aber meist erst ab dem vierten Lebensjahr oder später. Eine Paarbildung findet wahrscheinlich ein bis zwei Jahre vor der eigentlichen Fortpflanzung in den Junggesellen- bzw. Übersommerertrupps statt. Das Verlobungspaar versucht in der Folgezeit, ein geeignetes Brutrevier zu besetzen. Häufig baut es dann bereits ein Nest.In der Regel bleibt das Kranichpaar vermutlich bis zum Tod eines Partners zusammen. Doch es gibt auch Ausnahmen zu dieser Dauerehe.

© Dr. Günter Nowald
Taxonomie

Kraniche werden in der Systematik der Vögel in die Ordnung der Kranichvögel eingeordnet, zu der neben der Familie der Kraniche auch die Familien der Rallenkraniche, Trompetervögel, Binsenrallen und Rallen gehören. Die Kraniche wiederum werden in vier Gattungen unterteilt, wobei der Graukranich der Gattung Grus zugeordnet ist.

Vom Graukranich existieren zwei Unterarten. Im Norden Eurasiens brütet die Unterart grus, während im Osten der Türkei sowie im Kaukasus die erst vor wenigen Jahren beschriebene Unterart archibaldi lebt. Die früher als eigene Unterart lilfordi beschriebenen Kraniche im östlichen Russland und in Asien werden nach neuen genetischen Untersuchungen ebenfalls der Unterart grus zugeordnet.

© Karsten Peter
Nahrung - vielseitiger Speisezettel

Kraniche sind Allesfresser. Ihre sehr vielseitige Nahrungspalette reicht von Kleinsäugern, Reptilien, kleinen Fischen, Fröschen, Schnecken, Würmern, Insekten und deren Larven über Mais- und Getreidekörnern, Sonnenblumenkerne, Erbsen und Bohnen bis hin zu Erdnüssen, Oliven, Beeren, Eicheln, Gemüsearten, Kartoffeln und verschiedensten Pflanzenteilen.

Die geringe Spezialisierung ist für den Kranich als Zugvogel günstig, um sich den z.T. völlig verschiedenen Bedingungen in den Brut-, Rast- und Überwinterungsgebieten anzupassen.

Dennoch gibt es zu bestimmten Jahreszeiten deutliche Nahrungspräferenzen. Während zur Brutzeit die Nahrungssuche oft im Wald, auf angrenzendem Grünland sowie in Mooren und Feuchtgebieten erfolgt, fliegen die Kraniche im Winterhalbjahr oft gezielt abgeerntete Ackerflächen an, um nach Ernteresten zu suchen. Im Spätsommer/Herbst sind dies anfänglich Getreidestoppelflächen, während später Maisstoppelflächen deutlich bevorzugt werden.

© Anne Kettner

In den Überwinterungsgebieten in Frankreich und Spanien werden regional auch gezielt abgeerntete Reisfelder aufgesucht. In der spanischen Extremadura und in Andalusien werden zudem die Dehesas aufgesucht, um die heruntergefallenen Früchte der Stein- und Korkeichen zu fressen.

Im Winterhalbjahr beträgt der tägliche Nahrungsbedarf eines Kranichs etwa 200 g und während der Zugzeiten etwa 300 g Getreide.

© Xavier Chauby
© Kranichschutz Deutschland 2016

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